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Das Mittelalter
Nach den Wirren der Völkerwanderung taucht die Stadt unter dem Namen „Wisibada“ in einer Handschrift Einhards, des Biografen Karls des Großen im 9. Jahrhundert wieder auf. In der Karolingerzeit war die Stadt Hauptort des „Königssondergaus“ mit einem Königshof und weiteren Gütern im Osten. Um 1200 erhoben die Staufer den Ort zur Reichsstadt. Damit schienen die Weichen für eine hoffnungsvolle Entwicklung Wiesbadens gestellt, aber Mitte des 13. Jahrhunderts zerfiel im Endkampf der Staufer auch die Königslandschaft des Rhein-Main-Gebiets. Wiesbaden fiel kurz danach an die Grafen von Nasssau.
In der Neuzeit
Obwohl in der Hessischen Chronik von Dilich, 1605, „Wiesbaden“ als eine „schöne Herrschaft an vornemen Flecken“ geschildert wird, mit „frucht und wein ... darinnen das vornehme warme bahd“, scheint die Stadt in ihrer Entwicklung zu stagnieren. Immer wieder wird sie von Feuersbrünsten heimgesucht und im Dreißigjährigen Krieg völlig verwüstet. Kein einziges Haus aus dem 16. Jahrhundert ist erhalten.
Seit Mitte des 17. Jahrhunderts begann das wirtschaftliche Leben sich zu entfalten und um 1700 hatte die Stadt die
Folgen des Dreißigjährigen Krieges einigermaßen überwunden. Der nun regierende Fürst Georg August Samuel (1685–1721) widmete der Stadt mehr Aufmerksamkeit als seine Vorgänger. Er baute das Schloss in Biebrich als Residenz, verlegte die Regierungsbehörden von Usingen nach Wiesbaden und bemühte sich um die Stadterneuerung. Finanzielle Prämien förderten eine rege Bautätigkeit. Aus Frankreich kamen vertriebene Hugenotten, die hier frei nach ihren kirchlichen und richterlichen Gebräuchen leben konnten. Auch Juden, die 1626 ausgewiesen worden waren, siedelten sich wieder an.
Die Konzession zum Betrieb des „Glücksspiels“ spülte Geld in die Stadtkasse.