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Nassauische Residenz

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„Wiesbaden hat in der neuesten Zeit durch etliche neu angelegte, äußerst schöne Straßen, sehr gewonnen.“ So beschreibt der Wiesbadener Ludwig Boclo 1815 den ersten Schritt der Entwicklung vom „elenden Städtlein mit engen Gassen“ zur mondänen Großstadt. Basis des rasanten Wachstums war nicht – wie in anderen deutschen Städten – die Ansiedlung von Industrie, sondern der Kurbetrieb und die Verwaltung.

1806 war Wiesbaden Hauptstadt des unter Napoleon Neugegründeten Herzogtums Nassau geworden. Nach dem Fall der Stadtmauern konnte dem jungen Architekten Christian Zais „Große Wurf“ gelingen. Auf der grünen Wiese, östlich der Stadt, plante er einen neuen Kurbezirk, der Wiesbaden als Badestadt aufwerten sollte. Die Altstadt verschwand hinter einer Kulisse von Promenadenstraßen und repräsentativen Bauten.

Am streng klassizistischen Straßenraster erkennt man das Zaissche Konzept noch heute auf dem Stadtplan als das „Historische Fünfeck“. In seiner Mitte wurde 1837 bis 1841 das Stadtschloss – heute Sitz des Hessischen Landtags – errichtet.

Die Stadt wuchs schneller als jede andere in Deutschland und wurde um 1850 erstmals „Weltkurstadt“ genannt.


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