Verband der Gästeführer Wiesbaden e. V.


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WGFT 2011 in der Presse



Tiefe Ausschnitte für den Kaiser

Wiesbadens Gästeführer bieten zum Weltgästeführertag kostenlose Rundgänge an / Nachwuchs gesucht

Von Heinz Porten
Wiesbadener Kurier, 21. Februar 2011




Aus Anlass des Weltgästeführertags am 21. Februar bot der Gästeführerverband Wiesbaden (GFVW) interessierten Bürgern am Samstag die Möglichkeit, die Arbeit der Gästeführer näher kennenzulernen. Der GFVW bot unter dem Motto des Gästeführertags „Die Farbe Blau“ drei kostenlose Führungen an.

„Blau passt ganz zu Wiesbaden. Hier haben sich viele Adelige aufgehalten, das für die Kurstadt so wichtige Wasser ist blau, und auch das Stadtwappen“, benannte Elena Porsche, die Vorsitzende des GFVW, die Anknüpfungspunkte für Wiesbaden. Passend bot der GFVW drei Führungen an. Gästeführerin Silvia Hevert, die stellvertretende Vorsitzende des GVW, begab sich bei der ersten Führung mit rund 30 Teilnehmern von der Touristinformation aus auf die Spuren adeligen Lebens in Wiesbaden.

Erste Station war die Villa Clementine, die im Jahr 1888 mit dem Prinzenraub kurzzeitig zu einem Schauplatz der Weltgeschichte wurde. Über den Warmen Damm ging es mit einem Zwischenstopp beim Denkmal Wilhelms des I. zum Staatstheater und zum Kurhaus, allesamt beliebte Aufenthaltsorte des Adels und zwei Bauten, mit denen Kaiser Wilhelm II. das Wiesbadener Stadtbild bis heute geprägt hat.

Hevert schmückte die Fakten zur Entstehung und Geschichte der Gebäude oft mit Anekdoten und Hintergrundwissen aus. So legte Wilhelm II. bei seinen Besuchen im Theater größten Wert darauf, dass die Abendgarderobe der Damen über ein besonders tief ausgeschnittenes Dekolleté verfügte. „Die Garderobieren hielten extra Scheren bereit, um notfalls nachzuhelfen“, beschrieb Hevert die Maßnahme, die dem Kaiser beim Hofknicks der Damen tiefe Einblicke gewährten. Mit solchen Zusatzinformationen ließ sie das Leben der Haute-Voleé in der damaligen Zeit lebendig werden.

Auf diese Qualität bei den Führungen legt der GFVW besonderen Wert. „Wir bieten unseren Führern ein vielfältiges Fortbildungsprogramm an. Dabei arbeiten wir eng mit dem Bundesverband der Gästeführer in Deutschland zusammen“, erklärt Porsche. So bietet der Verband seinen Mitgliedern in diesem Jahr Fortbildungen zum Biebricher Schloss, die Zertifizierung nach der europäischen Norm für Gästeführer oder einem Ersthilfekurs an. Denn auch für Zwischenfälle sollen die Führer gewappnet sein. Derzeit hat der GFVW 40 aktive Führer. Man will in diesem Jahr aber noch Nachwuchs werben. „In der Hochsaison im Mai und Juni sowie im September mit dem Tag des Denkmals wird es oft knapp“, beschreibt Porsche die Situation. Viele der lang gedienten Mitglieder hätten ihre Tätigkeit reduziert, junge Nachwuchskräfte seien gesucht. Ansonsten drohe die Qualität der Führungen im Zeitdruck der Hochsaison zu leiden, so Porsche.

Die Führungen zum Weltgästeführertag waren allesamt kostenlos. Stattdessen waren die insgesamt rund 50 Teilnehmer der Führungen aufgerufen, einen Betrag zur Sanierung der Dreililienquelle zu spenden.


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